Die Quelle des Terrorismus liegt in Saudi-Arabien

Saudi king backs Palestinian stance on Trump’s peace plan. By Michael Bachner and Agencies

"'Wir werden Euch nicht fallen lassen.' soll König Salman zu [Mahmoud] Abbas von der Palästinensischen Autonomiebehörde gesagt und damit arabische Befürchtungen zurückgewiesen haben, daß Riyadh sich auf Israel und die USA ausrichtet."

Saudi King Tells U.S. That Peace Plan Must Include East Jerusalem as Palestinian Capital
By Amir Tibon, Haaretz, 29 July 2018

Saudi king slams Trump for transferring US embassy to Jerusalem

Saudi Crown Prince: Iran's Supreme Leader 'Makes Hitler Look Good'. By Jeffrey Goldberg

"In einem ausführlichen Gespräch erkannte Prinz Mohammed bin Salman auch das Recht des jüdischen Volkes auf 'sein eigenes Land' an."

Die Quelle des Terrorismus liegt in Saudi-Arabien
Ein Artikel vom 13. Oktober 2001, ergänzt am 3. August 2005 und 31. Juli 2018

Aus Anlaß des am Morgen des 1. August 2005 von Saudi-Arabien berichteten Todes des Königs Fahd bin Abdul Aziz (1921 - 2005) hier eine Ergänzung über seines erwarteten Todes wegen vorab vorgenommene Machtverschiebungen innerhalb der Dynastie, über Änderungen in der Regierung nach seinem Tod und über die Zukunft des Hauses Saud:

Seit Juli ist bekannt, daß der persönliche Freund von vier US-Präsidenten Prinz Bandar Bin Sultan nach 22 Jahren vom Botschafterposten in Washington zurücktritt. Sein Vater Prinz Sultan bin Abdul Aziz ist der vierte Sohn der "al-Sudairi Seven". Die Geschäftsbeziehungen des Prinzen Bandar im Rüstungs- und Militärbereich können in der Washington Post nachgelesen werden. Man gewinnt einen Eindruck, warum die USA sich im Krieg gegen den Terrorismus Saudi-Arabiens nicht intensiver annehmen. Prinz Bandar scheint im Nachfolgekampf, der beim Tode des heute 82-jährigen als moderat geltenden Königs Abdullah einsetzen wird, seine Anwesenheit in der saudischen Hauptstadt der in Washington vorzuziehen.

Sein Nachfolger dort ist der berüchtigte Prinz Turki al Feisal, Sohn des 1975 ermordeten Königs Feisal, dem seinerzeit die weltweite Erdölkrise zu verdanken ist. 24 Jahre ist Prinz Turki Chef des saudischen Geheimdienstes. Er wird zugunsten seines Neffens Prinz Nawaf bin Abdul Aziz dieses Postens seiner engen Beziehungen zu den Taliban und zu Osama bin Laden wegen durch König Fahd am 31. August 2001 enthoben, also unmittelbar vor dem 11. September 2001. Prinz Turkis Unterstützung Osama bin Ladens in Afghanistan sind allseits bekannt. Er ist seinerzeit in der saudischen Regierung zuständig für das "Afghanistan file".

The House of Bin Laden. By Jane Mayer, The New Yorker, 12 November 2001

Prinz Turki, von Januar 2003 bis Juli 2005 Botschafter Saudi-Arabiens in London, hat laut Washington Post seit vielen Jahren ebenfalls enge Beziehungen zu Washington. Was man von ihm erwarten kann, der beste freundschaftliche Beziehungen zu den salafidischen Hetzpredigern seines Landes unterhält, ist in meinem Artikel, vom 9. November 2004, über "Saudi-Arabien, die 'palästinensische Sache' und die Arab Bank" nachzulesen: die weitere konsequente Unterstützung der palästinensischen Terrororganisationen sowie die reichliche Finanzierung zur Islamisierung der Welt.


Eine ausführliche Darstelllung der greisen Nachfolgerschar an Söhnen, hervorgegangen aus den Beziehungen des Reichsgründers Ibn Saud zu 22 Frauen, und der unter ihnen sowie deren Söhnen zu erwartende Nachfolgekampf ist im Artikel von Simon Henderson, im "Opinion Journal", vom 3. August 2005, veröffentlicht: 'Saudi Brezhnevs'. Why King Abdullah and his brothers are lying about their ages. [nicht mehr online]

Es sei auch noch einmal in Erinnerung gerufen, daß der am 8. Januar 1926 sich selbst ernennende wahhabitische König Abdul Aziz Bin Abdul-Rahman (Ibn Saud) zur Erlangung seiner absoluten Macht mit Hilfe der Briten 400 000 Menschen ermordet beziehungsweise ermorden läßt. "Saudi-Arabien" gründet er 1932.

Die Quelle des Terrorismus liegt in Saudi-Arabien

Nun [Anfang Oktober 2001] berichten alle Medien übereinstimmend, daß den Bombern der USA und Großbritanniens die Ziele in Afghanistan ausgehen. Es sind 23 Ziele, wie wir informiert werden. Zwei der wichtigsten Ziele sind dabei, sich Osama bin Ladens zu bemächtigen, tot oder lebendig, und die Macht der Taliban zu zerstören. Diese Ziele sind nicht erreicht.

Der israelische Geheimdienst Mossad, gewiß nicht als Freund des Irak zu verdächtigen, erklärt, daß der Irak nach seiner Erkenntnis nichts mit dem Attentat vom 11. September zu tun hat. Die New York Times berichtet am 12. Oktober 2001, daß der Stellvertretende Außenminister Richard Armitage, einer der 18 Unterzeichner des Offenen Briefes des Project for the New American Century (PNAC) an Bill Clinton, vom 26. Januar 1998, Reportern erklärt habe, Ziele der Kampagne gegen den Terrorismus seien alle Staaten, die für die USA und ihre Alliierten eine Bedrohung darstellten. Auf die Frage, welche Folgen es hätte, wenn Staaten wie Syrien nicht den US-amerikanischen Erwartungen entsprächen, habe er erwidert, die Antwort wäre alles, was die Koalition für richtig befände, und das umfaßte die gesamte Skala von der Isolierung, über Untersuchung der Finanzen bis hin zu möglichen Militärschlägen.

Auffällig bei aller Aufregung ist, daß Saudi-Arabien so gar nicht ins Blickfeld gerückt wird, es sei denn, man liest The Hindu, vom 11. Oktober 2001, und darin den Beitrag von Vladimir Radyuhin: Petrodollars fuelling terrorism: Russia (Petrodollars treiben den Terrorismus an, sagt Rußland). Dort wird der zweitmächtigste Politiker Rußlands Verteidigungsminister Serge Iwanow zitiert, der direkte Verbindungen des internationalen Terrorismus zu den Milliarden Dollar aus Saudi-Arabien sieht: Moskau rät Washington, sich mehr um einige ihrer Alliierten zu kümmern, beispielsweise um Saudi-Arabien. Moskau hat schon lange Saudi-Arabien unter die Hauptfinanzierer der tschetschenischen "Freiheitskämpfer" aufgelistet.

Stratfor.com versucht eine Antwort auf die Frage zu geben, welches Verhältnis die USA zu Saudi-Arabien haben. Die Rolle Osama bin Ladens wird hier zwar nicht direkt erhellt, aber es können Rückschlüsse gezogen werden: Am 23. September 2001 verweigert Saudi-Arabien den USA, Vergeltungsschläge von seinem Territorium aus zu unternehmen. Die Ablehnung, die Prince Sultan Air Base zu Gegenschlägen gegen welchen islamischen Staat auch immer zu benutzen, kommt für Washington überraschend. Erst einige Tage zuvor verlegt der Kommandeur des Hauptkommandos Luftoperationen Luftwaffengeneral Charles Walk sein Quartier von Süd-Carolina nach Saudi-Arabien. Einige Tage später beendet das Land seine diplomatischen Beziehungen zu den Taliban mit der Begründung, sie beherbergten Terroristen und verstießen gegen den Islam.

Beide Entscheidungen sind Anzeichen eines Kompromisses zwischen pro- und anti-US-Fraktionen in der saudischen Regierung.

Die saudische Regierung ist gegenwärtig gespalten in solche, die der Vergrößerung ihrer eigenen Macht wegen weiter mit den USA zusammenarbeiten wollen, und solche, die aus religiösen sowie aus innen- und außenpolitischen Gründen ein Engagement mit dem Westen ablehnen. Je mehr die USA Staaten wie den Irak und Syrien bedrohen, desto mehr werden die saudisch-US-amerikanischen Beziehungen belastet.

Gegenwärtig gibt es die mächtige und wohl bekannteste Fraktion der von dem alten kranken König Fahd bin Abdul Aziz geführten al-Sudairi Sieben, den größten Block von Brüdern, Söhnen des Königs Ibn Saud.

Nahezu sämtliche zentrale Regierungsposten Saudi-Arabiens sind vom Hause Saud besetzt. Die Terroristen der al-Qaida sind gegenwärtig im Begriff, ihre Aktionen gegen das Haus Saud zu richten:

Isolated abroad, hated at home: House of Saud faces uncertain future. By David Usborne

Es ist König Fahd, der den USA seinerzeit im Golfkrieg gestattet, Truppen auf saudischem Boden zu stationieren. Stärke und Macht der al-Sudairi Sieben rühren hauptsächlich aus der Zusammenarbeit mit den USA her. So ist Prinz Bandar bin Sultan, der Sohn von Prinz Sultan bin Abdul Aziz, eines der Mitglieder der al-Sudairi Sieben, seit September 1983 [bis 2005] Botschafter seines Landes in Washington.

Auf der anderen Seite ist Kronprinz Abdullah bin Abdul Aziz, König Fahds Halbbruder. Gemeinsam mit einer Koalition von Halbbrüdern versteht er es auf Grund seiner Religiosität und seiner Verbindungen zu religiösen Führern, ein Gegengewicht gegen die al-Sudairi Sieben zu bilden. Seine Koalition kontrolliert die Nationalgarde und die saudische Armee. Zu dieser Gruppe gehören weitere Halbbrüder sowie der Sohn des 1975 ermordeten Königs Feisal bin Abdul Aziz, Prinz Turki Al-Faisal bin Abdul Aziz, der am 31. August 2001, also kurz vor dem 11. September 2001 (!), auf Wunsch des Königs Fahd seiner Sympathien für Osama bin Laden wegen von seinem Posten als Geheimdienstchef entbunden und durch Prinz Nawwaf bin Abdul Aziz, einen Halbbruder aus Kronprinz Abdullahs Koalition, ersetzt wird, berichtet das "Wall Street Journal", vom 22. Oktober 2001. Die Koalition wünscht eine geringere Bindung an die USA.

Zusätzlich zu diesen beiden Hauptfraktionen gibt es ein komplexes Netz von Allianzen zwischen den ca. 20 000 Mitgliedern des saudischen Königshauses und den einzelnen Stämmen des 22,7 Millionen Volkes. Riyadh ist das Gravitationszentrum für wahhabitische Fundamentalisten, und Osama bin Ladens Anhänger haben sicherlich Zugang zum finanziellen Netzwerk. Dort also müßten die USA Aufklärungsarbeit leisten, wenn sie den globalen Terrorismus bekämpfen wollen. Das Ergebnis aber hätte schwere Auswirkungen auf eine ganze Anzahl arabischer Marionettenregierungen, was letztlich zur Entmachtung der USA in der Region führen würde.

Text geringfügig und Links aktualisiert am 31. Juli 2018