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Ausstellung im Zeughaus, Unter den Linden: 25 Jahre "Sag beim Abschied ..."

Populäre jüdische Künstler aus Berlin, Hamburg, München und Wien
Musik & Entertainment 1903 - 1936. Artikel, vom 29. November 2001

Ich war gewiß nicht die einzige, die 1998 die von Robert Dachs initiierten Ausstellung "Sag beim Abschied ....", im Berliner Zeughaus, Unter den Linden, dreimal besuchte.

Unbeschreibliche Gefühle der Trauer und der Freude, beide gleichzeitig, wurden dort geweckt. Geschenkt wurden uns einmalige Eindrücke vom Wirken der großen jüdischen Künstler Deutschlands und Österreichs, von Dichtern, Schriftstellern, Schauspielern, Musikern, quer durch die Klassik und Unterhaltung. Tonaufnahmen erklangen aus den Kulissen, ein Wiener Caféhaus war aufgebaut, und Fritz Grünbaum und Karl Farkas, "der Gescheite und der Blöde", brachten ihre Witzeleien aus dem echten Wiener Cabaret.

Die Trauer konnte nicht ausbleiben, denn diese Kunst ist für alle Zeiten aus Deutschland und Österreich verschwunden. Mit der Vertreibung oder Ermordung der Künstler, deren Schicksale eindringlich dokumentiert waren, wurde unsere gesamte Kultur zerstört.

Die Berichterstattung der ARD über den Glaubenskrieg in Mumbai

 Artikel vom 27. November 2008, Links aktualisiert

Chabad Rabbi Israel Kozlovsky stands alongside a memorial 
etched with names of 176 people who lost their lives in the 26/11 attacks in 2008

11 years after 26/11, Nariman House opens doors to the public
Previously closed to those outside the faith, it is now open to all

Während der Fernsehsender CNN die ganze Nacht, vom 26. auf den 27. November 2008, live von den Orten des Geschehens berichtet, mit Interviews, mehreren Korrespondenten sowie mit von Mobiltelefonen gelieferten Amateuraufnahmen, die ich bis 4:30 Uhr schaue und höre, bis ich schlapp mache, nicht aber CNN, bietet das Erste in den 15 Uhr-Nachrichten den seit März 2008 im 1400 Kilometer von Mumbai entfernten Neu Delhi tätigen Korrespondenten Markus Gürne an, der von dort nichts anderes berichtet als das, was man inzwischen nicht nur bei CNN, sondern in allen Zeitungen, und auf allen Blogs finden kann. Was sollte der arme Mann anderes tun? Seinen Kommentar hätte ich ebenso abfassen können.

Arnaud Lagardère will alleiniger Präsident von EADS werden

Artikel, vom 30. Juni 2007, mit Updates [ergänzt und Links aktualisiert, 3. Januar 2021]

Vor dem geplanten Treffen von Nicolas Sarkozy und Angela Merkel mit den Verantwortlichen der privaten Großaktionäre der EADS, der Gruppe des Arnaud Lagardère und Daimler-Chryslers, rauchen in Frankreich die Köpfe, wie EADS unter Berücksichtigung des französisch-deutschen Gleichgewichts im Management zu einem normalen Unternehmen werden könnte. Um EADS herum herrschten diesbezüglich Psychodramen, meint Le Figaro, am 29. Juni 2007 [nicht mehr online].

Nouveau psychodrame autour d'EADS. Par Véronique Guillemard et Yann Le Galès. 
Le Figaro, 29 juin 2007

Ausgewählte Weisheiten vom Schaf. Chronologisch absteigend!


Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache. Hanns Joachim Friedrichs 

Bundesbank-Präsident Axel Weber ist nicht auf der gleichen Wellenlänge wie Frau Merkel, also wird er rausgemerkelt. Kamikadze

Von Weisungen der Bundesregierung ist die Bundesbank unabhängig. Ihr Status ist somit vergleichbar mit dem des Bundesverfassungsgerichts. Weisheit der Gründer der Bundesbank

Für noch skandalöser halte ich, dass der Bundespräsident, der über die Abberufung Sarrazins neutral entscheiden soll, sich vorher schon äußert und die Bundesbank ermuntert, tätig zu werden. Ehrhart Körting, SPD-Innensenator von 2001 bis 2011

Für am allerskandalösesten halte ich, daß Angela Merkel sich als Kanzlerin aller Türken versteht. Weisheit von mirrr!

Offener Brief an Fräulein Krüger, Bundeszentrale für politische Bildung

Artikel, vom 14. November 2010

Sehr geehrtes, liebes Fräulein Krüger,

Sie sprechen mir aus der Seele! Ich kann gar nicht schnell genug begeistert sein, es reißt mich aus dem Frack!

Wie bemerkt schon Hera Klitoris zu recht: panta rhei. Es dauert 
2 500 Jahre, bis auch die Bundesregierung in die Strömung gerät und die durchgängige Berücksichtigung der Gleichstellungsfrage, zu deutsch Gender Mainstreaming, nicht auf die starren Kategorien Mann/Frau, sondern auf das flexible Geschlecht ausweitet. Geschlechtervielfalt gibt's heute, nicht mehr zwei, in denen eine Minderheit unserer Gesellschaft hin&wieder hin&herwichselt, sondern viele, viele, viele. (1)

Paul Abraham. Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände ...

Artikel, vom 12. Mai 2010 [Links aktualisiert]

Vom 11. September bis zum 30. Dezember 1998 ist im Berliner Zeughaus, Unter den Linden, die Sammlung Robert Dachs, Wien, ausgestellt. Es gibt dazu einen Katalog: Sag beim Abschied ..., nach dem gleichnamigen Walzerlied von Peter Kreuder. Sechs Seiten des Katalogs widmet Robert Dachs dem Komponisten Paul Abraham: (1)

Eines Nachts auf der Madison Avenue, in der Nähe des Broadways, wird ein sehr dünner Mann, unrasiert, aber mit eleganten schneeweißen Handschuhen, von Polizisten von der Straßenmitte weggeführt; er dirigiert, den Verkehr gefährdend, ein imaginäres Orchester. Sein Blick und seine Gestik wirken geistesverwirrt. Er wird in die Irrenabteilung des Bellevue-Hospitals gebracht. In seinem ungarischen Paß steht: Abrahám Pál. (2)

Walter Benjamin allein unter den Wenigen und den Vielen ...

Artikel vom 29. April 2004 / 2. Januar 2006 [Links aktualisiert! 😁]

"Walter Benjamin (1892 - 1940) ist einer jener großen Denker, die erkannt haben, daß das Vertrauen auf das kulturelle Erbe allein nicht genügt, um es vor der Barbarei zu bewahren, und daß, so widersprüchlich es auch klingen mag, allein jener naive, einst aus der Aufklärung hervorgegangene Optimismus in der Lage ist, seinen Fortbestand zu sichern."

Unter diesem Motto wird Walter Benjamin 1999 in Düsseldorf vorgestellt als ein deutscher Jude, der sich schon früh mit seinem kulturellen Erbe, dem Judentum, auseinandersetzt, und der es schon seiner jüdischen Herkunft wegen als seine Aufgabe betrachtet, die Entwicklung der jüdischen Kultur voranzutreiben.

Noam Chomsky erhält den Carl-von-Ossietzky-Preis 2004

Artikel vom 6. Mai 2004 [nicht aktualisiert!]

William Shakespeare - Karl Marx - Die Bibel - Noam Chomsky

Noam Chomsky, Linguistikprofessor am Massachussetts Institut of Technology (MIT), Cambridge/USA, und Kultfigur auf US-amerikanischem Universitätsgelände, ist "Hausautor" beim traditionsreichen Europa Verlag des Vito von Eichborn, wo einige der Werke des "politischen Analytikers und Medienkritikers von Weltruf", als den ihn die Stadt Oldenburg in einer Pressemitteilung bezeichnet, (1) erscheinen. In dem 1933 in Zürich gegründeten Verlag publizieren seinerzeit Arthur Koeppen und Manès Sperber, dort gibt Thomas Mann die Zeitschrift "Maß und Wert" heraus. Inzwischen sind dort Autoren wie Ulrich Wickert, Peter O. Chotjewitz, Samuel Huntington und Noam Chomsky angesagt. Sic transit gloria mundi. (2)

El Oro de Canfranc

Portugal, Spanien und die Schweiz im Schein des Nazigoldes

Artikel vom 22. September 2004 [Links aktualisiert!]


Nach fast fünfzigjährigem Bau, dessen ersten Spatenstich noch der Bourbonenkönig Alfonso XII., "El Pacificador", im Jahre 1882 tut, wird am 18. Juli 1928 von seinem Nachfolger König Alfonso XIII. und dem Präsidenten Frankreichs Gaston Doumergue im Beisein des seit dem 13. September 1923 als Militärdiktator herrschenden Generals Miguel Primo de Rivera y Orbaneja in den Zentralpyrenäen die französisch-spanische Bahnlinie Pau-Canfranc und eine Bahnstation mit einem bombastischen Bahnhofsgebäude eröffnet: Canfranc. El Túnel de Somport, ein Eisenbahntunnel von fast acht Kilometern Länge, verbindet Spanien und Frankreich. Ein Vertrag zwischen den beiden Staaten bestimmt, dass der Bahnhof doppelte Nationalität hat, obgleich sich der Tunnel auf spanischem Boden befindet. Diese doppelte Nationalität wird im Zweiten Weltkrieg große strategische Bedeutung erlangen; denn die Bahnstation wird Umschlagplatz für Handelsgüter jeder Art zwischen Spanien und Europa, vor allem für den Handel mit Wolfram und Gold zwischen Deutschland, der Schweiz, Spanien und Portugal.

Thilo Sarrazin. Michel Friedman und der Lumpenjournalismus

Ein Artikel vom 22. Oktober 2009

Zum besseren Verständnis des von Michel Friedman praktizierten Journalismus kann ein Beispiel seines Kollegen, des ATTAC-Mitbegründers Daniel Mermet dienen, des in linken Kreisen beliebten France Inter Rundfunkjournalisten der Nachmittagssendung Là-bas si j´y suis ..., der keine Gelegenheit ausläßt, sich in seinen Sendungen Israel-feindlich und kritiklos pro-palästinensisch zu äußern. Er ist wie Michel Friedman Jude.

Im Oktober 1998 interviewt er den SS-Offizier und letzten KZ-Arzt von Auschwitz Hans Münch (1911-2001), den er auf einen SPIEGEL-Bericht von 1998 hin gemeinsam mit seinem Dolmetscher Lew Bogdan persönlich in Roßhaupten im Allgäu aufsucht, zu seiner Tätigkeit im KZ Auschwitz und zu seinen Ansichten über Juden und Zigeuner. Für die rassenhetzerischen Äußerungen, die Hans Münch in dem Interview tut, und die Daniel Mermet im Radio ausstrahlt, wird Hans Münch 2001 verurteilt.

Leschnitzer - Konfektion - Juden in Krems

Die Frau in Gold. Buch: Alexi Kaye Campbell. Regie: Simon Curtis

Artikel vom 13. November 2006 [Links aktualisiert und ergänzt]

Über den Tänzer und Balettmeister Alfred Leschnitzer findet sich im Internet nichts [ein Hinweis im Zusammenhang mit dem Kabarettisten Alfred Ferdinand Nathan], und da surfe ich ein wenig herum, um irgend etwas herauszubekommen, was mich weiterbringen könnte in den Recherchen. Leschnitzer im Web ergibt 11 900 Angebote, da such' mal einer! Gibt es Verwandte, oder sind die anderen nur Namensvettern? Was ist mit dem 1899 in Posen/Poznan geborenen Adolf Leschnitzer? Ab 1952 lehrt er die Geschichte des deutschen Judentums an der FU Berlin. Ist er ein Namensvetter, ein naher Verwandter, gar ein Bruder? Was ist mit dem Kommunisten und Moskau-Emigranten Franz Leschnitzer, der nach dem Krieg gemeinsam mit Li Weinert das Buch Erich Weinert: Ein Lesebuch unserer Zeit herausgibt? Von den Angeboten beziehen sich viele auf die oberschlesische Stadt Leschnitz und ihre Bürger, die Leschnitzer, die fallen also aus. Andererseits ist Neiße, der Geburtsort von Alfred Leschnitzer, nicht weit entfernt. Auch Gleiwitz, von wo am 1. September 1939, ab 5:45 Uhr, "zurückgeschossen"wird, liegt dicht bei.

Armin Pfahl-Traughber rezensiert "Allah und die Juden"

Rezensionen mit schlechten Absichten sind immer schlechte Rezensionen!

„Was Juden zur AfD treibt“. 
Von Armin Pfahl-Traughber, 
HaGalil, 10. Januar 2020 – 13 Tevet 5780

"Die AfD instrumentalisiert Antisemitismus unter Muslimen in einem Sammelband zur Selbstbeweihräucherung …"

Hans-Peter Raddatz: Allah und die Juden. Rezension von Gudrun Eussner, 
27. Juni 2007


Tilman Nagel: Was ist der Islam? Rezension. Von Gudrun Eussner, 28. Oktober 2018

Rezension "Was ist der Islam? Grundzüge einer Weltreligion". Neuausgabe 2020.
"Grundzüge des Islam" in kritischer Sicht. Von Armin Pfahl-Traughber.
Humanistischer Pressedienst, 21. Juli 2020

Armin Pfahl-Traughber rezensiert "Allah und die Juden". Artikel vom 29. August 2007 
[Links aktualisiert]

Bücher mit guten Absichten und wichtigem Anliegen müssen nicht immer gute Bücher sein. Ein Rezensent, der im ersten Satz, noch bevor er überhaupt mitteilt, worum es geht, seine Ablehnung des Buches äußert, der ist nicht ernst zu nehmen, auch wenn er beim Verfassungsschutz arbeitet oder gar als Lehrbeauftragter der Universität Bonn - oder vielleicht gerade deswegen?

Die Bertelsmann Stiftung macht uns den Islam schmackhaft


Artikel vom 27. September 2008 [Links nicht aktualisiert. Helf er sich!]
Mit Links zum Tag der deutschen Einfalt, 3. Oktober 2008

Das Kopftuchtragen lehnt eine Mehrheit von 53% ab, bei einer Zustimmung von 33%. Dabei ist die Zustimmung zum Kopftuch bei den Frauen höher als bei den Männern (38% zu 28%) und bei den 18- bis 29-Jährigen höher als bei den über 60-Jährigen (34% zu 27%). Das ergibt die Sonderstudie Muslimische Religiosität in Deutschland des Theologen Dr. Martin Rieger und des Projektmanagers Dr. des. Ferdinand Mirbach. Letzterer tingelt gar bis nach Brüssel zum Thema Wie religiös ist Europa? Die Landesvertretung Baden-Württemberg gibt ihm ein Forum, am 17. September 2008, fünf Tage vor der großen Premiere des gemeinsamen Fastenbrechens in der Villa Reitzenstein, dem Amtssitz der Regierung Baden-Württembergs. Bei Rückfragen möge man sich an Ferdinand Mirbach, Bertelsmann Stiftung, oder an Dr. Philipp W. Hildmann, von der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) wenden, weiß der von der Vertretung Sachsen-Anhalts bei der EU herausgegebene EU-Wochenspiegel Nr. 31/08, vom 4. September 2008, Seite 13. Die Ankündigung ist nicht mehr online. (1)

Lisa Fittko: Mein Weg über die Pyrenäen. Erinnerungen 1940/41

Fundsachen vom 25. März 2005 [Links aktualisiert]

Wenn man mich heute fragt, wie Frankreich damals die jüdischen und politischen Emigranten behandelt hat, wie die Franzosen sich uns gegenüber benommen haben, weiß ich keine Antwort. Frankreich - welches Frankreich? Die Franzosen - wer ist das?

Ich weiß, daß wir in den Augen der französischen Behörden lästige Fremde waren, die man sich vom Leibe halten mußte; daß sie uns für schädlich hielten, weil wir Frankreichs Beziehungen mit Nazi-Deutschland gefährden konnten. Tausende von Emigranten waren gezwungen, sich illegal durchzuschlagen. Für uns gab es keine Arbeitserlaubnis, wir hatten keine Rechte, nicht einmal heiraten durften wir.

Berlin. Patrick Saint-Paul und Konnopke´s Imbiß

Artikel vom 5. Mai 2010 [Links nicht aktualisiert!]

Seit der Korrespondent des Figaro Patrick Saint-Paul, früher Jerusalem, heuer Berlin, keine unbewiesenen und halbwahren Behauptungen mehr über den Hebräerstaat (Israel) und die schiitische Organisation (Hezbollah) verbreiten kann, ist nicht mehr viel mit ihm los. Selten liest man von ihm; denn so häufig ist´s ja nicht, daß Benjamin Netanyahu oder ein anderes seiner Haßobjekte die Berliner mit einem Besuch beehrt, und er wieder zur vollen Form auflaufen kann. (1)

Die Entmenschlichung des politischen Gegners

Artikel vom 16. August 2008 [Links nicht aktualisiert. Helf Er sich!]

Bei den Recherchen zum Buch Islam, Islamismus, muslimische Gegengesellschaft von Hartmut Krauss und zum Sammelband Gegen die feige Neutralität, herausgegeben von Armin Geus und Stefan Etzel, stoße ich auf einige linke Sites, die ich vorher nicht gekannt habe. Dort wird über politische Gegner diskutiert und geurteilt wie über Abhängige oder Dinge, wie über Unterworfene, was die Islamkompatibilität der Linken einmal mehr verdeutlicht. Diejenigen, die so diskutieren oder urteilen, tun dies aus einer Position des Erhabenen, des Unangreifbaren.

Das Zentrum für Antisemitismusforschung harrt eines neuen Leiters

Artikel vom 26. März 2009 [Links nicht aktualisiert. Helf Er sich!]

Die Konkurrenz um die Nachfolge des Antisemitismusforschers Prof. Dr. Wolfgang Benz ist hart, hat doch der Bewerber hohen Ansprüchen zu genügen. Die Meßlatte ist letztens mit der weit über die Grenzen Berlins hinaus bekanntgewordenen Veranstaltung Feindbild Muslim - Feindbild Jude. Wissenschaftliche Konferenz noch einmal höher gelegt worden. (1)

Diskreditierung der Islamkritik mittels Begriffsverwirrung

Ex-Husband und Holocaust


Artikel vom 11. Juni 2002, Ergänzung vom 1. März 2006 und 31. Dezember 2019

Den Holocaust hat es nie gegeben! 29. Januar 2014


Wie frau sich in eine andere Sprache davonstiehlt

Ich hatte einst eine Bekannte, die sprach von ihrem geschiedenen Ehemann immer als von ihrem Ex-Husband: "Mein Ex-Husband entblödete sich nicht ...", "Mein Ex-Husband wollte mir weismachen ...". Auf die Frage, ob ihr geschiedener Ehemann Engländer oder aus den USA oder Kanada stammte, schaute sie mich verwundert an: "Nein, wieso denn? Er ist Deutscher!"

Sie hatten nie in einem englischsprachigen Land gelebt, über Ferienaufenthalte dort waren sie nicht hinausgelangt, aber "Ex-Husband" mußte sein. Allmählich wurde mir klar, daß die Scheidung vom geliebten Ehemann somit in eine andere Sprache transferiert worden war. In der deutschen Sprache gab es keinen "geschiedenen Ehemann". Entsprechend brauchte frau auch nichts zu verarbeiten. Alle Probleme, Schuld, Haß, Liebe waren ins Englische entsorgt worden. Die Frau endete im Suff. Ich habe ihr viel zu verdanken, aber helfen konnte ihr niemand.

Remember - Zachor - Sich Erinnern

Was heißt das für den "Holocaust"?

Mittels dieser wohlfeilen Vokabel, die in unserer deutschen Sprache nicht vorkommt, stehlen wir uns aus der Verantwortung. Ein altes Duden-Fremdwörterbuch, von 1966, das mir ansonsten immer noch gute Dienste leistet, kennt den mit "Holo" zusammengesetzten Begriff noch nicht, in einem neueren Duden der Rechtschreibung aber kommt er selbstverständlich als deutsches Wort vor: "(griech.) Tötung einer großen Zahl von Menschen, bes. der Juden während des Nationalsozialismus". Der Holocaust ist zum deutschen Begriff mutiert.

Gabriele Yonan schreibt dazu:

"Das neudeutsche Lehnwort 'Holocaust' ist eine Zusammensetzung aus griechisch 'holos' in der Bedeutung 'ganz, total' und dem lateinischen Verbaladjektiv 'caustos' - 'angebrannt' (griech. 'kaio' - brennen)."

Im Mittelalter heiße das Wort "Brandopfer darbringen", seit dem 17. Jahrhundert bezeichne es den "Feuertod von Menschen".

"In seiner heutigen Bedeutung läßt sich das Wort 'Holocaust' mit 'Massenvernichtung' übersetzen, bleibt aber ohne Subjektbenennung neutral. Die einmalige Katastrophe der Vernichtung der Juden während der Herrschaft des Nationalsozialismus, die viel umfassender war als nur ein 'Feuertod vieler Personen', ist in dem Wort somit nicht enthalten.
...
Bis dahin im Deutschen unbekannt, ist 'Holocaust' seither ungeprüft auf seine Kongruenz in den deutschen Sprachgebrauch übernommen worden und wird inzwischen mit erstaunlicher Ausschließlichkeit als Synonym für 'Judenvernichtung' gebraucht.
...
Während das bis dahin gebrauchte Symbolwort 'Auschwitz', ein Ortsname stellvertretend für die anderen Vernichtungslager, assoziativ noch einen deutlichen Zusammenhang zur Vernichtung von jüdischen Menschen herstellte, ist mit der Einführung des Begriffs 'Holocaust' ein Codewort entstanden, das die kausale Kette zwischen Tat und Benennung der Opfer unterbricht. Wie ein hermetischer Block schließt das fremde Wort/Fremdwort das Geschehen, das unaussprechliche Grauen ein, ohne die Spur einer emotionalen Assoziation zu erzeugen. Im Hegelschen Sinne wird das Grauen in einem unzugänglichen Begriff aufgehoben.

Das althebräische 'ha-shoa' bedeutet dagegen 'Heimsuchung, Vernichtung, Katastrophe' (vgl. AT Jes.10,3), hier bilden Wort und Wortsinn eine Einheit." (1) Ha-shoa ist also ein Begriff, den die Juden gebrauchen, und dessen Gebrauch sich für uns nicht ziemt.

Die "erstaunliche Ausschließlichkeit", mit der bei uns Holocaust mit Judenvernichtung übersetzt wird, ist nicht so erstaunlich, wenn wir bedenken, daß eine Massenvernichtung von Menschen in dieser Form bei uns noch nicht vorkam, handelt es sich doch um sechs Millionen ermordeter Juden. Es ist also für uns Deutsche angemessen, "Holocaust" mit "Judenvernichtung" zu übersetzen, man möchte sagen rückzuübersetzen, den Originalzustand wieder herzustellen und sich endlich damit auseinanderzusetzen.

Stattdessen bemühen sich deutsche Dichter und Denker, den Holocaust mit "k" zu schreiben und ihn so dem Deutschen anzueignen. Etwas Abstruseres gab es wohl selten. So stehlen wir uns immer weiter aus der Verantwortung, bis die Spur gar nicht mehr zurückzuverfolgen ist - was die Absicht sein dürfte.

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin könnte man sich getrost sparen, denn wir Deutschen verbinden mit dem Begriff Holocaust nichts. Auf diesem Grundstück in bester Lage hätte anderes besser Platz gehabt. Die Errichtung eines Bankgebäudes wäre ehrlicher gewesen, aber das hätte der Stimmungslage der ins Jüdische diffundierten Frau Lea Rosh nicht entsprochen: "Dem Holocaust der Nationalsozialisten ein Mahnmal zu setzen, machte sich Lea Rosh zur Lebensaufgabe". (2) Sie ist nicht die erste, die sich die Lösung nicht existierender Probleme zur Lebensaufgabe macht, daß die Steuerzahler aber dafür noch Millionen hinblättern müssen, macht die Sache ärgerlich.

Das Holocaust-Mahnmal wird somit ein Denkmal, das an etwas erinnern soll, mit dem niemand etwas verbindet. Ich behaupte, daß ein Mahnmal zur Erinnerung an die Judenvernichtung niemals genehmigt worden wäre.

Die Debatte über eine Holocaust-Industrie kann heftig geführt werden, eine Debatte über eine "Judenvernichtungsindustrie" wäre unmöglich, da dieser Begriff für die industriell betriebene Vernichtung der Juden steht. Norman Finkelsteins "Holocaust Industry" wäre bei uns mit "Judenvernichtungsindustrie-Industrie" zu übersetzen. Da hätten sich der Übersetzer und der Piper Verlag aber etwas einfallen lassen müssen. Ganze Abschnitte des Buches wären neu zu schreiben gewesen.

Die Sprache entlarvt - die Sprache verbirgt.

Wo werden wir Deutschen enden? Auch im Suff? Oder in ähnlichen Verbrechen wie der Vernichtung der Juden? Kann uns niemand helfen?

Beginnen könnten wir damit, uns mit unserer Verantwortung für die Judenvernichtung auseinanderzusetzen.

11. Juni 2002 - ergänzt um den von Lea Rosh im Vernichtungslager Belzec entwendeten Backenzahn, am 1. März 2006


Quellen

(1) Eine sprachhistorische Ergänzung zum Begriff 'HOLOCAUST',
von Gabriele Yonan (1989) [nicht mehr online]
http://kultur-netz.de/archiv/sonstig/holocau.htm

(2) "Geschmacklos und anmaßend", von Ayhan Bakirdögen, Die Welt, 13. Mai 2005

Die Politik des Jacques Chirac ist am Ende

Artikel vom 12. Juli 2005 [Links nicht aktualisiert]

"CE SITE A POUR VOCATION D´APPELER A LA DÉMISSION DU CHEF DE L´ÉTAT". Diese Site stellt sich die Aufgabe, den Staatschef zum Rücktritt aufzurufen, beginnt der "Appell des 18. Juni. Chirac Rücktritt". Eine entsprechende Petition kann angeklickt werden. Dort sind die politischen Fehler des Staatspräsidenten Jacques Chirac in neun Punkten aufgelistet: (1)

Thilo Sarrazin. Michel Friedman und der Lumpenjournalismus


Artikel vom 22. Oktober 2009 [Links nicht aktualisiert]

Mathias Richling parodiert Michel Friedman

Zum besseren Verständnis des von Michel Friedman praktizierten Journalismus kann ein Beispiel seines Kollegen, des ATTAC-Mitbegründers Daniel Mermet dienen, des in linken Kreisen beliebten France Inter Rundfunkjournalisten der Nachmittagssendung Là-bas si j´y suis ..., der keine Gelegenheit ausläßt, sich in seinen Sendungen Israel-feindlich und kritiklos pro-palästinensisch zu äußern.